Zum zweiten Mal: Tag der Freunde Burkina Fasos in der burkinischen Botschaft in Berlin

Die Arbeitsgruppe kultureller Austausch bei der Arbeit

Wieder kamen über 60 Interessierte, darunter auch Honorarkonsul Wolf (Frau Exner war entschuldigt), auf die Einladung von Prof. Dr. Ouoro, dem Botschafter Burkina Fasos in Berlin, am 13. September 2025 in Botschaft, um miteinander über Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit Partnern in Burkina Faso zu sprechen und gemeinsam nach Lösungen von Problemen zu suchen, die dabei entstehen.
In seiner Begrüßungsrede – sie ist in diesem Heft abgedruckt – erklärte der Botschafter, wie wichtig für die Menschen in Burkina Faso diese Zusammenarbeit sei. Burkina wolle sich von jeder Unterdrückung befreien, es wolle ein wirklich unabhängiger Staat werden. Dazu gehöre, dass das Bildungswesen verbessert, die Infrastruktur an die Notwendigkeiten angepasst, ein für die ganze Bevölkerung hilfreiches Gesundheitswesen aufgebaut, die Landwirtschaft modernisiert und die Verarbeitung und der Konsum dessen, was das Land produziert, vorangetrieben werde. Das sei an sich schon eine große Herausforderung, in der momentanen Sicherheitslage aber noch anspruchsvoller. Die Bevölkerung Burkina Fasos sei deshalb sehr dankbar, dass ihre Freunde in Deutschland sie dabei unterstützen wollten. Und so sei es sehr wichtig, dass dieses Treffen Ergebnisse bringe, die für die Zusammenarbeit hilfreich sind.
Nach der Begrüßungsrede stellten die Teilnehmer sich und ihre Gruppe, die sie vertreten, vor. Das war leider etwas zäh, weil sich einige nicht an die vorgegebenen zwei Minuten hielten. Und es musste ja alles übersetzt werden (ein großes Lob an Frau Diallo, die das zum größten Teil und hervorragend machte).
Anschließend teilten sich die Teilnehmer in fünf Arbeitsgruppen auf:

  • Gender und Entwicklung (Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderung, Binnenvertriebene),
  • technische und berufliche Bildung,
  • Bildung, Gesundheit, Wasser und sanitäre Einrichtungen,
  • erneuerbare Energien,
  • kultureller Austausch.
Lanaya

Ich schloss mich der letzten Gruppe an. Dank dem schönen Wetter konnten wir im Garten der Botschaft tagen. Schon in dieser einen Gruppe zeigte sich, dass ein großes Bedürfnis bestand, untereinander Erfahrungen auszutauschen und sich zu vernetzen. Das meinten übrigens fast alle, die auf unseren Fragebogen geantwortet haben. Zur Gruppenarbeit insgesamt später mehr.
Nach einer kurzen Pause, in der die Gruppe Lanoya – sie war auch beim ersten Tag der Freunde Burkina Fasos dabei – aufspielte, trugen dann Vertreter der einzelnen Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse vor.
Und dann gab es eine große Überraschung: Eze Wendtoin trat auf. U.a. sang oder sprach er einen Rap, den wir mit seiner freundlichen Genehmigung hier abdrucken. Und nach zwei weiteren Liedern improvisierte er zusammen mit Lanoya, was bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unheimlich gut ankam.

Rap von Eze

Das hier ist kein Song von Wischiwaschi,
Das hier ist ein Schrei gegen jeden Nazi.
Es ist an der Zeit laut zu protestieren.
Was bleibt mir übrig, wenn sie bald regieren?
Der Kanzler will in großem Stil abschieben,
Ausländer*innen millionenfach deportieren
Ist denn Euch klar – was hier passiert – 
Wenn Nancy Faeser ab jetzt die Grenzen kontrolliert?
Der Zug der Nazi-Diktatur der Mitte rollt.
Menschen zu entmenschlichen, ist das, was ihr wollt?
Nun betreiben linke Parteien Programm von rechts,
Sie brutalisieren schamlos unser Grundgesetz.
Vor kaum 100 Jahren –  Menschen vernichtet.
Jetzt wird auf demokratische Werte verzichtet.
Die Ampel-Koalition sucht Sündenböcke.
Die eigentliche Gefahr ist doch nur der Höcke.
Gelder für Kulturprojekte massiv gekürzt.
Nix wird besser, wenn eine Brücke einstürzt! 
Deutschland ist auf dem rechten Auge blind.
Es ist echt gefährlich, dieser extrem rechte Wind.

Urheber und Interpret: Ezé Wendtoin (NIKIEMA ROOTS MUSIC)
Anm.d.Red.: Der Text entstand vor den Wahlen zum Bundestag.

Eze Wendtoin mit Lanaya

Zum Schluss bedankte sich der Botschafter für die rege und engagierte Teilnahme und verabschiedete die Anwesenden.
Im Vergleich zum ersten Tag der Freunde Burkina Fasos, der in meinen Augen ein Versuchsballon war und zu viele Themen berührte, aber keines richtig anging, war dieser zweite Tag in meinen Augen inhaltlich stärker. Weil wir einen derartigen Gedankenaustausch für sinnvoll halten und großen Wert auf die Nutzbarkeit der Ergebnisse in unseren Vereinen legen, haben wir unseren Mitgliedern einen Fragenkatalog geschickt mit dem Ziel, der Botschaft Vorschläge machen zu können, wie ein möglicher weiterer Tag der Freunde Burkina Fasos noch besser, effektiver und damit erfolgreicher organisiert werden kann.

Fragen der DBFG an ihre Mitglieder

  • Konnten in Ihrer Arbeitsgruppe alle Themen angesprochen werden? Welche haben gefehlt?
  • Sind die Ergebnisse für Sie hilfreich? Welche Ihrer Erwartungen wurden erfüllt? Was sehen Sie als großen Gewinn für Sie?
  • Sollte, wenn es einen weiteren Tag der Freunde BFs gibt, diese Arbeitgruppe wieder angeboten werden?
  • Sollen überhaupt die Themen von diesem Mal wieder aufgenommen werden und, wenn ja, welche?
  • Welche anderen Themen sind für Sie von Interesse?
  • Was fanden Sie bei dieser Veranstaltung gut?
  • Was hat Sie gestört? Was sollte man anders machen? Wie?
  • Können Sie sich vorstellen, in einem Jahr (falls es diesen Tag dann gibt) wieder dabei zu sein?
Wenn ja, warum?
 Wenn nein, warum?
Botschafter Prof. Dr. Ouoro bei seinem Schlusswort

Leider war der Rücklauf nicht so umfangreich, wie wir es uns vorgestellt hatten. Trotzdem sind die Anmerkungen sicher für die Organisation eines nächsten Tages der Freunde Burkina Fasos hilfreich, denn insgesamt wurde das Treffen positiv bewertet; eine Fortsetzung wird von fast allen gewünscht.
Insbesondere die Möglichkeit, Netzwerke zu bilden und Erfahrungen auszutauschen, zu sehen, wie viele Menschen sich für Burkina Faso engagieren, wurde in den Antworten als Gewinn bezeichnet.
Bemängelt wurde, dass die Zeit zu knapp und die Themen der Arbeitsgruppen zum Teil zu umfangreich waren. Es wurde vorgeschlagen, die Vorstellungsrunde anders zu gestalten oder sogar ganz wegzulassen. Auch eine bessere Strukturierung der Arbeitsgruppen zusammen mit enger gefassten Themen würde zu einem Zeitgewinn führen. Enger gefasste Themen ergäben mehr und damit kleinere Arbeitsgruppen, was der Effektivität nutzen würde. Die vorgegebenen Themen wurden als sinnvoll und für einen weiteren Tag verwendbar unter der Voraussetzung, dass sie – wie schon oben erwähnt – auf mehr Arbeitsgruppen verteilt und enger definiert werden, bezeichnet. Zusätzlich wurde gewünscht, Finanzierungsfragen und Transportprobleme anzusprechen.Die Vorschläge und Ideen haben wir der Botschaft übermittelt.
Wir sehen eine Zukunft für den Tag der Freunde Burkina Fasos und wollen durch die Vorschläge unserer Mitglieder dazu beitragen, dass er ein Erfolg bleibt.

Christoph Straub,
Vorsitzender der DBFG,
im Oktober 2025