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Internationales Festival der Masken und Künste

 

EINLEITUNG

Das internationale Festival der Masken und Künste in Dédougou ist eines der größten kulturellen Ereignisse im Bereich der Masken in Afrika. Die Vereinigung zum Erhalt der Masken („Association pour la Sauvegarde des Masques“, ASAMA) organisiert dieses Festival („Festival International des Masques et des Arts“, FESTIMA). Es wurde in den Jahren 1996 bis 1999 jährlich veranstaltet und seit dem Jahr 2000 findet es alle zwei Jahre statt, jeweils in den letzten Februar-Wochen der geradzahligen Jahre. Das diesjährige 15. Festival dauerte vom 29. Februar bis zum 7. März 2020, das 16. Festival wird vom 26. Februar bis 5. März 2022 stattfinden.

 

1. VORSTELLUNG DER ASAMA Die Vereinigung zum Erhalt der Masken (ASAMA) ist ein gemeinnütziger Verein mit Masken 19einer kulturellen Aufgabe für ganz Afrika. Sie kümmert sich um den Erhalt der traditionellen Masken in Burkina Faso, in Benin, der Elfenbeinküste, in Mali, Togo, Nigeria, sowie in Guinea.

Die ASAMA konzentriert ihr Arbeit auf: das Aufsuchen, den Erhalt, die Förderung und den Schutz der Maskentraditionen in Afrika; die Zusammenarbeit zwischen den Regierungen, den nationalen und internationalen Organisationen, sowie zwischen den Personen, die sich um den Erhalt der traditionellen Masken kümmern; die Aufforderung an die afrikanischen Regierungen, geeignete politische Maßnahmen zum Schutz der traditionellen Masken zu ergreifen und gegen die Ausbeutung der kulturellen Ressourcen zu kämpfen; usw...

Nach 25 Jahren Bestand ist die ASAMA heute ein wichtiger Akteur für die Erhaltung und den Schutz des afrikanischen Masken-Erbes geworden. Auf lokaler Ebene war die ASAMA Mitglied des nationalen Leitungskomitees für die Erfassung des immateriellen Kulturerbes in Burkina Faso im Rahmen der UNESCO. Außerdem ist die ASAMA Mitglied der technischen Kommission zur Ermittlung der menschlichen Schätze in Burkina Faso. Auf regionaler Ebene haben die ASAMA und Schwesterorganisationen bei dieser Erfassungsarbeit ein Verzeichnis von 303 Maskenvereinen in Burkina Faso, Mali, Benin und der Elfenbeinküste erstellt, eine umfassende Datenbank über die Masken-Kunst in Afrika.

Die ASAMA hat ihren Erfahrungsschatz den Schwesterorganisationen für die Durchführung des Abkommens von 2003 zur Verfügung gestellt. International ist die ASAMA seit Juni 2012 von der UNESCO als Berater für das Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes akkreditiert Nach einer positiven Bewertung ihres vierjährigen Tätigkeitsberichts wurde die ASAMA 2017 erneut akkreditiert. Für die Jahre von 2019 bis 2022 wurde die ASAMA als Mitglied in das Bewertungsgremium gewählt. Sie ist dort eine von 6 Nichtregierungsorganisationen aus der ganzen Welt, die die Aufnahme von Projekten in die Liste dieses UNESCO- Übereinkommens von 2003, sowie die Unterstützungsanfragen von mehr als 100.000 Dollar bewertet.

 

2. INTERNATIONALES FESTIVAL DER MASKEN UND KÜNSTE Das „Festival International des Masques et des Arts“ (FESTIMA) sieht seine erste Aufgabe darin, die reiche und vielfältige Ausdruckskraft der Masken zu präsentieren und zu fördern. Dazu zählen viele begleitende Aktivitäten, wie die Vorstellung der Masken und die Organisation einer Masken-Ausstellung mit Gelegenheiten zur Reflexion und Sensibilisierung.

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2.1. DIE PARADE

Die Parade gibt eine Vorstellung von der Stimmung beim Auftauchen der Masken in den Dörfern. Ursprünglich sollten die Masken das Dorf säubern und sie erscheinen dazu in großer Zahl. So hat der Festivalbesucher die Gelegenheit, in den Masken zu baden. Die Parade erstreckt sich über einige Hauptstraßen der Stadt und endet auf dem Vorstellungsgelände.

 

2.2. DIE VORSTELLUNG DER MASKEN

Die Vorstellung der Masken orientiert sich an den Arten der Masken und den Gewohnheiten der Maskenträger in den Dörfern. Beispielsweise ist es

in der Stadt Dédougou verboten, dass sich bestimmte Masken begegnen, insbesondere die Blättermasken und die Fasermasken, und bei den Bwa in Mali werden die Tuchmasken üblicherweise nur nachts getragen.

Um diesen Traditionen Rechnung zu tragen, werden bei den Maskenvorstellungen vormittags die Fasermasken, nachmittags die Masken aus Blättern, Rinde oder Stroh und schließlich die Tuchmasken nachts präsentiert. Vom ersten Festival bis zum heutigen wurden auf dem FE- ST1MA Masken aus Benin, Burkina Faso, der Elfenbeinküste, aus Guinea, Mali, Nigeria, Togo, Senegal und aus der Schweiz präsentiert.

 

Masken 20b2.3. DIE AUSSTELLUNG Die Ausstellung wurde mit dem Ziel veranstaltet, einerseits die falschen Vorstellungen zu korrigieren, die einige der Maskenträger hatten, und andererseits zur Ermutigung aller Bewahrer dieser Masken beizutragen. Bei einigen der Maskenträger scheint es üblich, nur den Kopf der Maske für die gesamte Maskierung zu halten. Die Ausstellung möchte darauf hinwirken, dass die Ansicht, der Kopf der Maske stelle die ganze Maske dar, revidiert wird. Die Masken werden daher in ganzer Größe und mit allen ihren Bestandteilen ausgestellt (Gesichtsmaske, Kleidung, Zubehör usw...). Der Auftrag zum Erhalt der Maskentradition erfordert zum einen die starke Beteiligung der Jugend und zum anderen eine Sensibilisierung der mit dem Schutz der Masken betrauten Personen.

 

2.4. DAS FORUM Das Forum bietet Gelegenheit zum Nachdenken und zum Gedankenaustausch über die Themen der Veröffentlichungen und der anstehenden Hauptaufgaben. Ursprünglich fanden Eröffnungskonferenzen statt, jetzt haben wir Foren eingerichtet, um eine größere Beteiligung aller Interessierten zu ermöglichen. Im Forum wirken alle am Schutz der Masken Beteiligten mit. Dabei handelt es sich um die in der Praxis damit Beschäftigten, um Schüler und Studenten, in der Verwaltung

 

Tätige, um Fachleute und alle, die sich für den Schutz und den Erhalt des Masken einsetzen. Ein Bericht über die Tätigkeiten des Forums wird derzeit erstellt und soll den Gedankenaustausch in die Öffentlichkeit tragen.

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2.5. DIE VERSAMMLUNG AM ABEND IM DORF Diese Versammlung dient dazu, die Aktivitäten des Festivals zu erweitern. So können sich auch die Nachtschwärmer an den Musikklängen und Vorträgen der lokalen Künstler, der Maskenvereine und der Tanztruppen erfreuen. Außerdem gibt die Versammlung den Partnern des Festivals Gelegenheit, sich öffentlich vorzustellen.

 

2.6. DIE MESSE

Die Ausstellungsmesse war anfangs als Ort der Förderung des Wissens und des lokalen Handwerks gedacht. Sie wurde inzwischen zu einer idealen Austauschplattform für die Initiativen zur Förderung des kulturellen Erbes und der nachhaltigen Entwicklung. Die Messe zieht mehrere Dutzend Aussteller an, insbesondere Klein- und Masken21aMittelbetriebe aus ganz Westafrika.

 

FAZIT

Mit seinem 15. Auftritt zählt das Festival FESTIMA heute zu einer der größten kulturellen Veranstaltungen in Burkina Faso. Fast 100.000 Besucher sind nach Dédougou gekommen, einer Stadt, die inzwischen zur Hauptstadt der Masken-Kultur geworden ist. Das Festival dient nicht nur dazu, die Schönheit und die Vielfalt der Masken zu entdecken und einen Austausch unter den mit den Masken Beschäftigten zu ermöglichen, das FESTIMA hat sich auch zu einer echten Kulturindustrie entwickelt. Eine Studie der Afrikanischen Union hat gezeigt, dass ihr Multiplikator-Effekt auf die lokalen Entwicklung fünfmal so groß war, wie das für die Organisation aufgewendete Budget.

 

 

         Ki Léonce, Archäologe, Direktor der Weltkulturerbestätten (DSCPM) im Ministerium fiir Kultur, Kunst und Tourismus, Burkina Faso

Übersetzung: Tilman V. Berger