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Schülerinnen und Schüler aus BF erzählen aus ihrem Land

Diese Texte sind unverändert übernommen worden. Bitte bedenken Sie, dass sie von Schülerinnen und Schülern stammen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. 

Die Schulkantine in Kaya

1In Burkina Faso ist die Schulkantine in den öffentlichen Schulen eingeführt. Diese Schulkantine richtet sich nämlich an die Schülerinnen und Schüler und hat zum Ziel, ihnen zu erlauben, vor Ort ein Mittagessen zu haben. Es muss aber präzisiert werden, dass die Schulkantine nicht obligatorisch für jeden Schüler ist. Es geht vielmehr um ein freiwilliges Abonnement. In Kaya existieren Schulkantinen wie an anderen Gymnasien unseres Landes. Die Existenz der Schulkantine bietet den Lernenden viele Vorteile an.Der erste Vorteil bezieht sich auf den billigen Preis der Speise. Mit 75 FCFA, d.h 0.12 Cent kann ein/e Schüler/in sich ein Mittagessen leisten. Dieser günstige Preis lässt sich durch staatliche Subventionen erklären. In der Tat werden die Nahrungsmittel, die meistens aus Getreide wie Bohnen und Reis, aber auch aus Öl und Nudeln bestehen, vom Staat an den Schulen geliefert und die Verwaltung an der Schule ist zuständig für das Funktionieren der Kantine. Von den 75 FCFA, die die Schüler pro Teller bezahlen, bekommt der Staat 30 FCFA. Die Köchinnen sind Frauen, die vom Schulbudget bezahlt werden.In Kaya verfügen die interessierten Schüler und Schülerinnen über zwei Abonnementmöglichkeiten: wöchentlich oder monatlich. Ein tägliches Abonnement gibt es nicht.Der zweite Vorteil der Schulkantine für die Lernenden ist, dass sie am Mittag nicht mehr brauchen, nach Hause wieder zu fahren, um essen zu können. Vor Ort bekommen sie also ein Mittagessen und können in der 3-stündigen Mittagspause bis zum nächsten Unterricht studieren. Diese Pause dauert von 12 Uhr bis 15 Uhr. Vorteilhaft ist es vor allem für die Schülerinnen und Schüler, die allein leben und am Mittag heimfahren oder gehen mussten, um mit dem Kochen anzufangen, falls es die Schulkantine nicht gäbe. Langfristig könnte die Existenz der Kantine die Ergebnisse der Lernenden verbessern.Der letzte Vorteil der Kantine ist, dass sie die Ungleichheiten zwischen Lernenden aus armen und reichen Elternhäusern reduziert. In der Tat essen alle Abonnenten das gleiche und gemeinsam Essen verstärkt selbstverständlich die soziale Kohäsion.Jedoch stößt das Funktionieren der Schulkantine auf zahlreiche Schwierigkeiten. Seit mehreren Jahren ist man immer mit einer großen Verspätung in der Lieferung der Nahrungsmittel konfrontiert. Im vorangegangenen Schuljahr 2018/19 z.B konnte die Schulkantine in Kaya erst im März anfangen. Hierzulande beginnen die Kurse offiziell Anfang Oktober und schon Ende Mai sind sie fertig. Das bedeutet, dass die Kantine nur 3 Monate funktioniert hat.Ein anderes Problem ist, dass es kein tägliches Abonnement gibt und nicht alle können sich ein wöchentliches oder monatliches Abonnement leisten. Manchmal hat man nur Geld für ein Mittagessen. Leider ist sowas nicht möglich, denn man muss für eine ganze Woche oder einen ganzen Monat abonnieren.Die Uhrzeit des Mittagessens bildet ebenfalls eine Schwierigkeit. Oft essen die Abonnenten etwas spät, so gegen 13 Uhr, weil das Essen nicht immer rechtzeitig fertig ist und die Verteilung des Essens in den einzelnen Tellern auch viel Zeit kostet.Eine letzte Unzulänglichkeit ist, dass das Essen nicht variiert ist. Fast jeden Tag wird nur Bohnen mit Reis gekocht. Auch geht es nur um ein Hauptgericht, es gibt weder eine Vorspeise noch einen Nachtisch. Sicher ist es auch nicht, dass die Qualität des Essens kontrolliert wird. Deswegen abonnieren viele Schülerinnen und Schüler nicht ständig. Sie abonnieren nur ab und zu, um die Monotonie beim Essen zu vermeiden.

OUEDRAOGO Youssouf, Schüler in der Abiturklasse im Lycée Privé Zoodo von Kaya und OUEDRAOGO Simone, Abiturientin 2019 aus dem Lycée Provincial Moussa KARGOUGOU von Kaya.   

Was haben die Schüler*innen von Kaya lieber: einen Job haben oder ihr Studium fortsetzen?2

In Kaya wollten wir wissen, ob die Schüler*innen lieber einen Job haben oder ihr Studium fortsetzen möchten und haben Schüler*innen aus dem Collège und dem Gymnasium interviewt.Unter den Befragten möchten 70% schon einen Beruf haben und nur 30% möchten lang studieren. Von den 70%, die arbeiten wollen, zählt man 60% Jungen gegen 10% Mädchen. Und unter den 30% von Schüler*innen, die ihr Studium fortsetzen möchten, sind 20% Jungen und 10% Mädchen.Diejenigen, die Arbeit haben wollen, haben ihre Gründe.Zuerst sind die Eltern der meisten Schüler*innen arm und sind nicht in der Lage, das Schulgeld ihrer Kinder zu bezahlen, damit sie lang studieren können.Dann sind manche Schüler*innen schon relativ alt, weil sie mehrmals sitzengeblieben oder erst spät in die Schule gegangen sind. Sie wollen finanziell unabhängig werden, um eine Familie zu gründen. Deshalb hat man Tausende von Kandidat*innen, die sich jährlich bei den staatlichen Wettbewerben bewerben.Endlich finden andere Schüler*innen, dass viele Student*innen ihr Studium seit langem absolviert haben und keine Arbeit finden können. Der hohe Arbeitslosigkeitsrat im Land entmutigt also diese Kategorie von Schüler*innen, die langes Studium als Zeitverlust betrachten.Die zweite Kategorie von Schüler*innen, die lieber ihr Studium fortsetzen möchten, geben auch ihre Gründe.Einerseits sind die Eltern imstande, die Schulgebühren ihrer Kinder zu bezahlen – egal, ob es in Privatschulen ist – , die in der Regel teurer kosten. Sie ermutigen ihre Kinder so lang wie möglich zu studieren, um später einen soliden Beruf ergreifen zu können.Andererseits sind manche Schüler*innen noch sehr jung und besonders intelligent. Sie bestehen meisten das Abitur mit 18 oder 19 Jahren und haben Traumpersönlichkeiten, denen sie ähneln möchten. Die sind oft Rechtsanwälte, Ärzte, Ingenieure, Journalisten …

SORE Boubacar, Schüler in der 12. Klasse im Lycée Provincial Moussa KARGOUGOU von Kaya, KARGOUGOU Djamilatou und SAWADOGO Zaïnabou, beide Schülerinnen in der Abiturklasse im selben Lycée.   

Die traditionelle Erziehung gegenüber der modernen in Kaya

1 - Die Haltungen beim Essen auf dem Lande

Wenn das Essen fertig ist, nehmen die Erwachsenen zuerst Platz, bevor die Kinder sitzen können. Auch haben die Erwachsenen Vorrang beim Händewaschen und die jüngsten Kinder sollen die Teller während der Esszeit fangen. Das ist ein Zeichen von Respekt vor dem Essen und den Erwachsenen. Im Dorf essen die Leute ausschließlich mit den Händen ohne Löffel und Gabeln und das Essen findet gemeinsam statt, sodass es keine individuellen Teller gibt. Alle essen aus demselben großen Teller und da das Essen als etwas Heiliges betrachtet wird, ist es aus Respekt vor dem Essen nicht erlaubt, dass Kinder beim Essen diskutieren. Falls die Soße fertig ist, nimmt das jüngste Kind den Teller und holt Soße aus dem Topf in der Küche, die meistens außen liegt. Am Ende des Essens übergeben die jüngsten Kinder der Mutter die leeren Teller oder mit Resten und das ist ein Zeichen von Dankbarkeit. Es ist hier wichtig zu präzisieren, dass die Männer von den Frauen getrennt essen. Fürs Essen sollen kleine Kinder auf dem Boden sitzen und das ist ein Zeichen von Bescheidenheit. Im Allgemeinen werden Kinder auf diese Weise im Dorf erzogen wegen der Werte wie Respekt, Dankbarkeit, Nächstenliebe und Bescheidenheit, die sie für ihre künftige Integration in der Gesellschaft brauchen.

2 - Haltungen beim Essen in der Großstadt

In der Großstadt diskutieren die Kinder beim Essen mit ihren Eltern zusammen und das heißt Freiheit. Sie sitzen auf Stühlen und essen mit Löffeln, Gabeln und individuellen Tellern. Das ist, was die Stadtbewohner Modernismus nennen. Für die Eltern sollen ihre Kinder schon lernen, wie man sich im modernen Zusammenleben verhalten soll. Am Ende des Essens kommt ein Hausmädchen, um den Tisch abzuräumen oder die Mutter macht es selber. Das ist ein Zeichen von Bürgertum.

3- Was passiert also mit den Kindern aus den Nachbardörfern, die die Schule in der Stadt Kaya besuchen?

Mit diesen Kindern, die aus dem Lande gekommen sind und die Schule in Kaya besuchen, gibt es irgendwie einen Kulturschock. Beim Essen geraten sie oft in Verwirrung, denn sie wollen immer die Essbedingungen vom Dorf beachten. Was diese Kinder als positive Werte im Dorf gelernt hatten, sind in der Großstadt anders betrachtet. So werden sie meistens verächtlich als ,,Bauern‘‘ angesehen.

4 - Was passiert nun im umgekehrten Fall?

3Wenn Kinder aus der Stadt ins Dorf gehen, halten die Dorfbewohner sie für unhöflich, denn sie respektieren die Regeln beim Essen nicht. Deswegen fühlen sie sich nicht wohl beim Essen, denn die Regeln sind ganz anders: Weder Tische noch Stühle, keine Löffel oder Gabeln und es gibt auch keine Austauschmöglichkeit. So sind diese Stadtbewohner oft verwirrt und möchten so schnell wie möglich in die Stadt zurück.Andere Unterschiede existieren zwischen der Erziehung auf dem Lande und in der Großstadt. Als Werte im Dorf gibt es die Schüchternheit. Wenn eine Person schüchtern ist, hat sie weniger Probleme in ihrer Beziehung mit den Mitmenschen. Es ist auch verpönt, kurze Kleider wie Miniröcke zu tragen. Im Dorf sollen sich Kindern hinknien, um Erwachsene zu begrüßen, ebenso wie eine Frau vor ihrem Mann tun soll, wenn sie ihm was überreichen will.In der Großstadt dagegen legt man keinen Wert auf die Schüchternheit und das Schamgefühl. Zusammenfassend finden die Stadtbewohner, dass ein gut erzogenes Kind lebhaft und nicht schüchtern sein soll.

SAWADOGO Kiougou und YOUMA Boureima, Schüler in der Abiturklasse und SAWADOGO Maïrima, Schülerin in der 12. Klasse, alle im Lycée Provincial Moussa KARGOUGOU von Kaya.   

Bevorzugte Freizeitbeschäftigungen der Schüler*innen in Kaya

Das burkinische Schulsystem ist so gestaltet, dass es in der Woche Unterricht von Montag bis Samstagvormittag gibt. Morgens fängt der Unterricht um 7 Uhr an und endet um 12 Uhr. Dann gibt es eine 3-stündige Pause, bevor der Unterricht wieder um 15 Uhr bis 17/18 Uhr beginnt. Besonders in den Privatschulen gibt es Unterricht am Samstagvormittag. In den meisten öffentlichen Schulen dauern die Kurse bis Freitagnachmittag um 17/18 Uhr. Es ist aber sinnvoll zu präzisieren, dass die Schüler*innen keinen4 Unterricht jeden Tag von 7 bis 12 Uhr und von 15 bis 17/18 Uhr haben. Je nach den Klassen und den Stundenplänen sind die Schüler*innen unterschiedlich beschäftigt. So kann eine Klasse am Montag zum Beispiel Unterricht von 7 bis 10 Uhr und frei ab 10 Uhr haben mit oder ohne Unterricht am Nachmittag. Hauptsache ist: In der gleichen Stufe haben alle Klassen dieselbe Stundenanzahl pro Schulfach in der Woche.In Kaya findet man mehr Privatschulen als staatliche, sodass die Mehrzahl der Schüler*innen hier Unterricht bis Samstagvormittag hat, was das Wochenende schon verkürzt. Aber womit beschäftigen sich die meisten Schüler*innen in Kaya, wenn sie frei haben?Je nach ihrem Geschlecht beschäftigen sich die Schüler*innen in Kaya unterschiedlich in ihrer Freizeit. Die meistens Jungen spielen gerne Fußball mit Freunden. Hinter den Ball laufen, erlaubt ihnen, ihre Sorgen zu vergessen. Der ständige Kampf um die besten Noten für manche und der Wunsch am Jahresende nicht sitzenzubleiben für andere bringen die Schüler, ihre Lektionen regelmäßig zu lernen und das führt oft zu Stress. Deswegen ist Fußballspielen geeignet, um sich zerstreuen zu können. Auch ist Fußball eine günstige Sportart, weil man da nur einen Ball braucht.Eine bekannte Freizeitbeschäftigung der Jungen in Kaya ist auch Tee mit Freunden trinken. Eine kleine Teekanne mit grünem Tee drin auf dem Feuer erlaubt einer ganzen Gruppe von Personen, Zeit zu töten. Während der Fakir den Tee kocht, tauschen die Mitglieder der Gruppe untereinander. Sie plaudern über Gott und die Welt und tauschen vielerlei Informationen aus.Die Schüler, deren Eltern Händler in Kaya sind, helfen ihnen einfach zu verkaufen und viele Schüler, die aus Nachbardörfern stammen, fahren ins Dorf zu den Eltern zurück. Eine Minderzahl von den Schülern, die relativ wohlhabend ist, beschäftigt sich mit Smartphones über Facebook oder WhatsApp. Mehrere Schüler lesen ebenfalls gerne Romane oder wiederholen ihre Lektionen in ihrer Freizeit.Was die Mädchen angeht, beschäftigen sie sich am Wochenende hauptsächlich mit Hausarbeiten. Sie waschen die Wäsche, spülen das Geschirr und kochen für die ganze Familie. Aus kulturellen Gründen sind die obengenannten Tätigkeiten meistens dem jungen Mädchen im Namen der Rollentrennung vorbehalten.Viele Mädchen sehen auch gerne fern. Da mögen sie besonders die Fernsehserien wie die ,,Telenovelas‘‘. Oft bemerkt man, dass ihre späten Diskussionen vom Inhalt dieser Telenovelas viel geprägt sind. Leider lassen sie sich negativ von diesen entfernten Realitäten beeinflussen. Einige Mädchen besuchen sich am Wochenende oder lernen einfach ihre Lektionen.

SAWADOGO Ghislain und SAWADOGO Etienne, beide Schüler in der 12. Klasse und SANOU Alima, Schülerin in der Abiturklasse im Lycée Provincial Moussa KARGOUGOU von Kaya.    

Wo möchten die Schüler*innen aus Kaya lieber wohnen: In der Großstadt oder auf dem Lande?

Kaya ist eine Stadt Burkinas, die 100 Km von der Hauptstadt Ouagadougou in der Region Centre-Nord liegt. In dieser Stadt gehen viele Schüler*innen in die Schule. Was ist aber der Lieblingswohnort dieser Schülerinnen und Schüler: In der Großstadt oder auf dem Lande? Wir haben Schüler*innen aus dem Collège und dem Gymnasium danach gefragt und so sieht die Realität aus.In der Realschule hat die Befragung insgesamt 80 Schüler*innen betroffen. 43% der befragten Mädchen gegen 57% der Jungen bevorzugen das Leben auf dem Lande. Am Gymnasium möchten unter den 90 Befragten 45% der Mädchen gegen 55% der Jungen in der Großstadt leben.Sowohl die Schüler*innen aus dem Collège als auch die aus dem Gymnasium haben ihre Gründe gegeben. Die Anhänger*innen des Lebens in der Großstadt finden, dass es viele Vorteile hat. Zuerst gibt es dort bessere 5Ausbildungsangebote mit großen Schulen und Universitäten. Die Verfügbarkeit der Büchereien in der Stadt ist ebenfalls ein Vorteil.Außerdem machen fließendes Wasser, Strom und Teerstraßen das Leben in der Großstadt noch attraktiver.Dann gibt es vielfältige Freizeitbeschäftigungen mit den Parks, Sportstellen, Diskotheken, Kinos und Internetcafés. Mit der Internetverbindung kann man ständig in Kontakt mit Freund*innen und dem Ausland bleiben.Endlich denken viele Befragten an einfachere Einkaufs-und Bewegungsmöglichkeiten mit Supermärkten, Geschäften, Läden, dem Bus oder dem Taxi. Auch kann man in der Großstadt besser essen und sich heilen lassen, wenn man krank wird.Die Schüler*innen, die sich eher das Leben auf dem Lande wünschen, geben hier ihre Gründe. Für sie ist alles noch natürlich im Dorf. Die Luft ist rein und alles ist ruhig und als Schülerin oder Schüler kann man die Lektionen besser lernen. Auch existieren im Dorf noch Werte wie Solidarität, Respekt und Nächstenliebe. Eines ist hier besonders wichtig: Im Dorf existiert diese Lust, alles für sich zu besitzen und nichts für den anderen fast nicht, sodass sich die Leute mit dem Minimum begnügen können. Wer Viehzucht oder Feldarbeit ausüben möchte, findet im Dorf geeignete Bedingungen dafür.Letztlich verbinden viele Schülerinnen und Schüler das Leben in der Stadt mit Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Wohnungsproblemen und teurem Leben.

OUEDRAOGO Nafissatou, OUEDRAOGO Aminata (Zwillinge), OUEDRAOGO Rosalie, alle Schülerinnen in der 12. Klasse im Lycée Provincial Moussa KARGOUGOU von Kaya und SAWADOGO Hamidou, Schüler in der Abiturklasse im Lycée Privé Kolog-Koom von Kaya.   

Freundschaft im schulischen Umfeld in Kaya

Was wäre das irdische Leben ohne Freunde oder Freundinnen? Im alltäglichen Leben der Schülerinnen und Schüler in Kaya besetzen Freund*innen einen wichtigen Platz. Wir sprechen hier nicht von Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau, sondern von ,,einfachen‘‘ Freundschaften. Zuallererst betrachten die meisten Schülerinnen und Schüler einen guten Freund oder eine gute Freundin als eine Person, mit der man sich gut versteht. Das ist eine zuverlässige Person, auf die man sich verlassen kann. Was man nicht jedem erzählen darf, kann man seinem besten Freund oder seiner besten Freundin einfach erzählen.In Kaya sind im Allgemeinen die Freund*innen der Schüler*innen ebenfalls Schüler*innen, oft aus denselben Schulen. Es gibt aber auch Schüler*innen, deren Freund*innen keine Schüler*innen sind. Sie sind ,,kleine‘‘ Händler, Goldwäscher… Bei der Wahl der6 Freund*innen werden viele Kriterien in Betracht gezogen.In der Realschule legen viele Schüler*innen mehr Wert auf gemeinsame Haltungen. Da die Schüler*innen in diesem Alter noch unbesorgt sind, haben sie lieber Mitschüler*innen, die wie sie gerne spielen. So befreunden sich meistens extravertierte Schüler*innen miteinander und Extravertierte auch miteinander.Auf dem Gymnasium dagegen ist der Begriff Verantwortung ein wichtiger Aspekt bei der Auswahl von Freund*innen. Hier trifft man selten eine Schülerin, deren bester Freund ein Junger ist und umgekehrt und dies aus kulturellen Gründen. In der Mentalität der meisten Burkinabè ist es verpönt, dass Kinder verschiedener Geschlechter Freunde sind. Im Klaren denken viele Burkinabè, dass ein Junger und ein Mädchen keine ,,einfache‘‘ Freundschaft von einer Liebesbeziehung unterscheiden können, sodass mehrere Eltern solche Freundschaften nicht ermutigen. Auf dem Gymnasium sind viele Schüler*innen noch bewusster, sodass die Intelligenz auf natürliche Weise Freund*innen anlockt. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler intelligent ist, hat sie oder er einfacher Freund*innen, denn jede/r davon profitieren will, um ihre/seine eigenen Schulleistungen zu verbessern. Sport und der soziale Statut verbinden auch viele Schüler*innen miteinander. In der Tat gehen Schüler*innen aus reichen Elternhäusern zusammen, denn sie können in die Schule mit Moped kommen oder sie sind in der Lage, in der Pause im ,,kleinen Markt‘‘ um die Ecke Kleinigkeiten zu essen oder zu trinken. Auch können sie Bilder oder Videos über WhatsApp oder Facebook austauschen. Seltsam ist auch die Zigarette ein Verbindungsfaktor.        

OUEDRAOGO Assane und OUEDRAOGO Zakaria, beide Schüler in der Abiturklasse und SANTI Mariam, Schülerin in der 12. Klasse im Lycée Provincial Moussa KARGOUGOU von Kaya.