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Mitgliederversammlung der DBFG in München

Bevor ich von der Mitgliederversammlung berichte, erlauben Sie mir bitte eine Vorbemerkung: Wir hatten unheimlich viel Glück. Wäre sie eine Woche später gewesen, hätten wir sie wegen des Corona-Virus sicher absagen müssen.

Schon die Wegbeschreibung war so vorbildlich, dass sich der gesamte erweiterte Vorstand der DBFG, obwohl von verschiedenen Platzen kommend, bereits im gleichen Bus zum Tagungsort traf. Und dann das Pfarrzentrum Christi Himmelfahrt im Stadtteil Waldtrudering: schön gelegen und wunderbar hergerichtet Frau und Herrn Mayer mit ihren Pfadfindern dafür nochmals ein ganz herzliches Danke.

 MV230 Leute, darunter 15 Mitglieder nicht nur aus Bayern, haben sich auf den Weg gemacht und tatkräftig mitgeholfen, dass es wieder eine erfolgreiche Jahresversammlung wurde.

Der Pflichtteil der Tagesordnung war schnell abgearbeitet. Der Vorstand wurde entlastet, die Mitglieder wählten Herrn Straub und Herrn Hofmann wieder ohne Gegenstimme

zum Vorsitzenden bzw. stellvertretenden Vorsitzenden, beide nahmen die Wahl an und dankten für das ihnen entgegengebrachte Vertrauen und auch die Kassenprüferinnen wurden wieder bzw. neu gewählt: Frau Weidner und Frau Pachner (letztere für Frau Engelfried, die nicht mehr kandidierte - auch ihr ein ganz herzliches Danke für ihre Arbeit), beide aus Viernheim. Spannend wurde - wie fast immer - der letzte Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“. Hauptsächlich ging es um die Frage, was wir jetzt noch tun können. Die Sicherheitslage ist prekär. Einige Vereine berichteten, dass ihre Partnerschaftsgemeinden angegriffen wurden. Zum Teil wurden aus Spendengeldem finanzierte Gebäude zerstört.

Herr Straub gab einen kurzen Überblick über die Lage im Land. Er ging auf die verschiedenen Ursachen der Konflikte ein, er zeigte, aus welchen Gründen sich junge Leute den Dschihadisten anschlossen, erzählte die verschiedenen Finanzierungsquellen der Terrorgruppen auf, er erklärte die militärische Situation und machte darauf aufmerksam, dass allein in Mali über dreimal so viele Soldaten aus fremden Ländern stationiert seien wie die 5.000 Mann der G 5-Sahel-Einsatztruppe, er thematisierte die Spannungen zwischen Frankreich und den G 5-Sahel-Ländem, er erklärte, dass er außer einer Destabilisierung der Region kein Ziel der Terroristen erkennen könne, und er versuchte einen Blick in die Zukunft zu machen. Eine militärische Lösung der Konflikte sei auf jeden Fall nicht möglich. Neben dem Ausbau der bereits jetzt schon sehr lebendigen innerburkinischen Solidarität (viele der inzwischen 800.000 Binnenflüchtlinge werden von Familien in ihren Häusern aufgenommen und versorgt) ist es bitter notwendig, dass Vertrauen zwischen der Regierung, vertreten durch die Beamten in den einzelnen Gemeinden und öffentlichen Einrichtungen, und der Bevölkerung sowie zwischen den Sicherheitskräften und der Bevölkerung aufgebaut wird. Und das scheint noch ein weiter Weg zu sein. In der Diskussion wurde festgestellt, dass wir in Deutschland die Situation wohl dramatischer sehen als unsere Partnerinnen in Burkina Faso, weil wir sehr von den vor allem negativen Nachrichten beeinflusst werden und das tägliche Leben, das die Burkiner*innen so weit wie möglich normal gestalten, nicht miterleben. Auf jeden Fall war sich die Runde einig, dass unsere Arbeit und die Untersützung unserer Partnerinnen in Burkina Faso weitergehen muss. Die mögliche Zerstörung eines Schulgebäudes soll kein Grund sein, es nicht zu bauen. Durch den Kontakt zu unseren Partnerinnen geben wir ihnen auch das Gefühl, nicht allein gelassen zu sein, und durch die Diskussion mit ihnen über Projekte und dann deren Finanzierung zeigen wir ihnen, dass wir an ihre Zukunft glauben.

Ein weiterer Vorschlag war, zu den Abgeordneten im Wahlkreis Kontakt aufzunehmen und mit ihnen das Thema anzusprechen. Es scheint insbesondere in den Parteien der Koalition eine Höllenangst vor Themen zu bestehen, die mit Flucht und Migration verbunden werden könnten. Die Gefahr, dass dadurch wichtige Themen inhaltlich nicht diskutiert werden, ist groß. Mit unserem großen Wissens- und Erfahrungsschatz können und müssen wir dem entgegenwirken.

Auch als die Versammlung geschlossen war, war der Erfahrungsaustausch, waren die Gespräche untereinander nicht zu Ende. In kleinen Gruppen und dann bei einem gemeinsamen Abendessen, bei dem gut die Hälfte der Teilnehmer der MV dabei waren, wurde engagiert weiter diskutiert.

 Christoph Straub, Vorsitzender der DBFG