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Der Entwicklungshelfer ist tot..    ...es lebe der Entwicklungshelfer

Die Integration des Deutschen Entwicklungsdienstes in die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) weist gravierende Mängel auf zeigt eine Evaluierung. Aber auch die nichtstaatlichen Entsendedienste müssen besser werden - und sich von einer Lebenslüge verabschieden.

Als das Entwicklungsministerium vor fünf Jahren die Entwicklungshelfer und -helferinnen in den Dienst der GIZ stellte, da sahen Kritiker das Ende dieser traditionsreichen Form der personellen Zusammenarbeit gekommen. Sie fürchteten, die Helfer würden zu „Juniorfach-kräften" für die Programme der deutschen technischen Zusammenarbeit degradiert und all das nicht mehr einbringen können, was sie auszeichnet: Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit lokalen Partnern bei weitreichender Unabhängigkeit von politischen und administrativen Zwängen.

Ein Gutachten des Deutschen Evaluierungsinstituts für die Entwicklungszusammenarbeit (DEval) hat die Skeptiker nun bestätigt: Die GIZ hat es bislang nicht geschafft, die Helfer so in ihre Arbeit einzubauen, dass die ihre Stärken ausspielen können: einen kritischen Blick von außen auf die Arbeit der Partner werfen und mit diesen gemeinsam Neues lernen und vorankommen. Die GIZ und das Ministerium geloben natürlich Besserung. Aber es spricht wenig dafür, dass in dieser hierarchisch strukturierten Organisation Platz ist für Entwicklungshelfer, so wie wir sie bislang kannten. Die Prognose ist nicht sehr gewagt, dass es in nicht allzu ferner Zukunft keinen staatlichen Entwicklungsdienst mehr geben wird. Für die nichtstaatlichen Entsender wie Brot für die Welt oder die katholische AGEH bietet das die Chance, das Profil ihrer eigenen Helfer und Helferinnen zu schärfen und den Entwicklungsdienst als Vorzeige-

instrument zivilgesellschaftlicher Entwicklungszusammenarbeit zu etablieren. Dazu müssen aber auch sie die Hausaufgaben machen, die ihnen die DEval-Gutachter gegeben haben: Sie müssen die Partner bei der Ausgestaltung der Helfereinsätze stärker beteiligen und sie müssen es schaffen, dass die Einsätze mehr Wirkung über den unmittelbaren Nutzen für die Partnerorganisation hinaus entfalten.

Und sie müssen sich endlich von einer romantischen Idee verabschieden, die längst zu einer Art Lebenslüge geworden ist: dass der echte Entwicklungshelfer seinen Dienst nicht als Beruf versteht, sondern als mehr oder weniger selbstlosen Einsatz für die gute Sache. Das ist nicht mehr zeitgemäß, die Partner in Afrika, Asien und Lateinamerika wollen das nicht mehr. Dort gefragt sind Profis - was ein gutes Zeichen und selbst ein schöner Erfolg der Entwicklungspolitik ist.                                                                       ell in WELT-SICHTEN 04-2016

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