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    1995 -2015  

 

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25 Jahre DBFG

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Titel

Botschaft will sich um Hilfssendungen kümmern  

Intensive Diskussion mit der Botschafterin

„Das hat gelohnt". Einhellige Meinung aller Teilnehmer an der Mitgliederversammlung  der DBFG in Viernheim. Dieser Meinung waren nicht nur die - immer noch zu wenigen - teilnehmenden Mitglieder, sondern auch die Botschafterin unseres Partnerlandes Marie-Odile Bonkoungou-Balima nach der intensiv genutzten Fragestunde mit ihr. Natürlich müssen bei einer solchen Mitgliederversammlung auch die Regularien abgehandelt werden, aber die Fragestunde mit der Botschafterin war richtig ertragreich. Die Teilnehmer erlebten in Viernheim eine auf Problemlösungen orientierte Botschafterin und freuen sich bestimmt schon auf die nächsten Begegnungen mit ihr.

Vorab kam dickes Lob für die DBFG und ihre Mitglieder von der Botschafterin. Die DBFG habe ein „gutes Alter" erreicht und verdiene den Dank an ihre Mitglieder, die zum Wohlergehen der Menschen in Burkina Faso beitragen. Sie nehme gern die Gelegenheit wahr, im Namen ihrer Regierung sie zu ermuntern, so fortzufahren. „Armut, Krieg und Naturkatastrophen erschüttern die Menschheit - und Sie führen ihren Kampf für eine faire und gerechte Welt unbeirrt weiter!" Die Botschaft sei bereit, an der Vertiefung der Freundschaft zwischen Deutschland und Burkina Faso mit zu arbeiten. „Ich werde immer bereit sein, mit Ihnen nach Wegen dazu zu suchen."

Ausdrücklich erwähnte die Botschafterin das von der DBFG geschaffene „wertvolle Informationsmaterial" über ihr Land und bedankte sich dafür.

Christoph Straub, der Vorsitzende der DBFG betonte in einer sehr kurzen Antwort, die DBFG und ihre Mitglieder würden auch weiter eine kritische Freundschaft mit Burkina Faso pflegen. Darauf könne die Botschafterin sich verlassen.

 

Kritische Diskussion um Verfassungsfragen

Diese kritische Freundscahft bestimmte auch die anschließende Fragestunde mit der Botschafterin. Vorstandsmitglied Jörg Lange stieß die Diskussion um die politischen Ereignisse im Partnerland an: Der Präsident möchte in Erweiterung der Verfassung einen Senat etablieren, in dem Repräsentanten der Gebietskörperschaften, der Kirchen und der traditionellen Würdenträger ihren Sitz haben - eine zweite Kammer also, wie sie die Bundesrepublik Deutschland auch hat. Mehrere vorgesehene Gruppen haben abgelehnt, in diesem Senat mitzuarbeiten, allen voran die Kirchen.

Die Botschafterin nahm Gelegenheit, breit die Meinung ihrer Regierung darzustellen:

Artikel 37 der Verfassung (Amtszeit des Präsidenten) und die Schaffung des Senates hätten nichts miteinander zu tun. Der Senat solle ein Teil der Reformen des Staates sein, die der Präsident für nötig halte. Der Vorgang entspreche in weiten Teilen den Regelungen in Deutschland. „Im Parlament sitzen die Abgeordneten in der Hauptstadt mit wenig Kontakt zu ihren Wählern zuhause. Deswegen soll der Senat im Wesentlichen aus Vertretern der Provinzen bestehen." Der Präsident kontaktiere ja auch heute schon die „Führer", nämlich die Stammesführer, die Ältesten, die Kirchenoberen. Mit denen habe er die Schaffung des Senats breit diskutiert. Es habe Einigkeit bestanden, einen Senat zu schaffen. Deswegen müsse die Verfassung geändert werden. Die Opposition habe sich dieser Diskussion jedoch verschlossen. Die Katholische Kirche habe begründet abgelehnt, in diesem Senat mitzuwirken. Die Opposition wolle jetzt keinen Senat mehr. Er sei zu teuer. „Das aber ist ein vorgeschobenes Argument: Demokratie kostet Geld! Es ist eine Frage der Prioritäten, wofür es eingesetzt wird." Die Bildung eines Senates liege derzeit auf Eis. Der Präsident suche noch nach den wahren Gründen für die Ablehnung.

Jörg Lange wies darauf hin, dass es ein solches Gremium ja schon einmal gegeben habe. Er sehe keinen Sinn darin, wenn 80 Prozent der Mitglieder ohnehin der Regierungspartei angehören. Die Botschafterin wollte dieses Argument nicht gelten lassen. Zwar wolle der Präsident einen Teil der Mitglieder ernennen, die meisten sollten aber von den örtlichen Parlamenten gewählt werden. Und da sei es der Initiative der Wähler und Parteien überlassen, wer Sitz und Stimme bekommt. Es sei auch beabsichtigt, die Auslands-Burkinabé zu beteiligen.

 

Flüchtlingslage und Reisesicherheit

Die nächste Frage zielte auf die Lage der Flüchtlinge aus Mali. Die Botschafterin ist der Meinung, die Situation habe sich beruhigt. Burkina Faso habe zu viele Verbindungen nach Mali, um ruhig schlafen zu können, wenn es dort kriselt. Die gewählte Regierung ermögliche Gespräche. Es gebe Hoffnung auf Rückkehr der Flüchtlinge nach Mali. „Bis dahin erfüllt Burkina Faso seine humanitären Pflichten!"

Damit im Zusammenhang steht die Frage nach der Reisesicherheit. Sie verstehe nicht die übertriebene Vorsicht der Deutschen hinsichtlich von Reisen nach Burkina Faso. In der Liste gefährlicher Länder stehe Burkina Faso auf einer Stufe mit Spanien. Wenn auch über „Weltwärts" keine Ausreisen mehr stattfänden, könne man in der „Burkina-Info" doch

lesen, dass das über andere Organisationen sehr wohl und ohne Probleme möglich sei. „Die USA schicken auch Volontäre - und die sind doch bestimmt stärker gefährdet." Der Rat der Botschafterin: Allenfalls Risikogebiete im Norden des Landes meiden.

 

Hilfe bei Zollformalitäten

Mitgliedsorganisationen der DBFG kämpfen oft wochen-, gar monatelang mit den Zollbehörden in Burkina Faso um die Freigabe von ins Land geschickten Hilfsgütern. Kein Wunder, dass aus dem Mitgliederkreis darauf zielende Fragen an die Botschafterin gerichtet wurden. Klare Antwort von dort: „Es ist doch das Mindeste, was ich tun kann, mich um die schnelle Abfertinem Land zu kümmern. Schalten Sie uns rechtzeitig vor dem Versandtermin mit den nötigen Papieren ein, dann werden wir, dann werde ich mich schriftlich oder mündlich darum Kümmern. Beispielsweise kann ich mich an den zuständigen Gouverneur wenden, der seinerseits intervenieren kann." Anwesende Mitgliedsorganisationen kündigten an, die Botschafterin schon bald beim Wort zu nehmen.

Situation der Frauen

Die Situation der Frauen liegt der Botschafterin besonders am Herzen.

deshalb unterstütze sie alle Aktivitäten, die den Frauen helfen. Insbesondere sehe sie eine große Wichtigkeit in der Alphabetisierung der Frauen. 80% Analphabeten seien einfach zu viel. Die Alphabetisierung habe aber nur Sinn, wenn die Frauen einen Sinn darin sehen könnten. Und deshalb sei die Anwendung immer ein wichtiger Bestandteil der Kampagnen. Frauen müssten sich dann nämlich nicht mehr alle Preise merken, sie könnten sie in einem Notizbuch notieren. Außerdem wären sie in der Lage, ein Handy zu nutzen und z.B. kurze Botschaften durch SMS zu versenden. Darüber hinaus könnten sie ihren Kindern bei den Schulaufgaben helfen und sie verstünden die Beurteilung von Arbeiten. Erwiesenermaßen schickten alphabetisierte Mütter ihre Kinder, insbesondere ihre Töchter viel häufiger in die Schule.

Christoph Straub, Walter Helfert

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